OBERBÖHMSDORF

Geografie

  • geografische Höhenlage: 508 m ü. NN
  • erste urkundliche Erwähnung: 1333
  • Einwohnerzahl (Stand: 01.02.2015): 463
  • Fläche: 16,13 km²
  • Ortsteilbürgermeister: Thomas Frotscher

Eingemeindung nach Schleiz:

1994

GESCHICHTLICHER ABRISS:

Dem Namen nach ist Oberböhmsdorf eine deutsche Siedlung, obwohl die Flureinteilung auch hier deutsch und slawisch gemischt ist. Die Annahme, dass der Ort von Böhmen gegründet wurde, die wegen ihres Glaubens vertrieben wurden, gehört in den Bereich der Sage. 1333 wird der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Ein Burghold von Kospoth verlieh damals dem Deutschen Ritterorden zu Schleiz einige Bauern in Oberböhmsdorf.

1362 verpfändete Heinrich der Ältere von Gera dem Kloster zum Heiligen Kreuz zu Saalburg Zinsen von 2 Höfen. Das Rittergut befand sich von 1402 an im Besitz der Schleizer Patrizierfamilie von Plauen. Noch 1545 wird ein Thieme von Plauen als zu Oberböhmsdorf gesessen erwähnt. Nach dem Aussterben dieser Familie erbten die Rußwurm zu Tanna den Besitz. Diese verkauften ihn 1562 an den burggräflichen Kanzler Friedrich Traubot. 1573 erwarb ihn Hans Moritz von Kauffung auf Kirschkau, dessen Sohn ihn an Magister Christian Wolf zu Saalburg und den Bürger Friedrich Behr verkaufte. 1636 - 1640 war er im Besitz derer von Steinsdorf, 1663 - 1672 der Frau Obrist Gerhardt, danach besaßen es die Kospoths, die von der Oelsnitz, die von Brandenstein, die von Metzsch, die von Schönfeld. 1795 kaufte es der Besitzer der Mühltroffer Herrenmühle Johann Paul Porst, von dessen Erben es die Reußen 1819 für 21.400 Taler kauften und mit dem Kammergut Schleiz vereinigten. 1919 ging es in den Besitz des Volksstaates Reuß über. Die jetzige Kirche wurde 1665 / 66 auf den Trümmern der alten, abgebrannten errichtet und mehrmals erweitert und verschönert. Seit 1866 besitzt Oberböhmsdorf einen eigenen Friedhof, vorher wurden die Verstorbenen auf dem Bergfriedhof zu Schleiz beigesetzt, daher die Bezeichnung „Leichenweg“ für den Fußweg, der an den Hainteichen vorbeiführt.

1651 erhielt Oberböhmsdorf eine eigene Schule, deren letzter Bau aus dem Jahre 1922 stammte. Hier gründete im Jahre 1847 der Lehrer Johann Georg Meyer die erste Taubstummenschule im Reußenland, aus der sich in der Folgezeit in Schleiz die Einrichtungen zur Betreuung und Bildung mehrfachgeschädigter Hörbehinderter entwickeln sollte. In den 1950er Jahren wurde der Schulstandort Oberböhmsdorf jedoch endgültig aufgegeben und die Kinder im nahegelegenen Schleiz unterrichtet. In der Gemarkung des Dorfes wurde einst Bergbau betrieben. Die Antimongruben „Alexander“ und „Halber Mond“ sowie die Eisengrube „Luise“ wurden jedoch 1954 endgültig stillgelegt. Viele Oberböhmsdorfer arbeiteten in der Spinnerei Mühltroff. Da Oberböhmsdorf von großen Waldungen umgeben war, in denen viele seiner Bewohner arbeiteten, wurden die Oberböhmsdorfer früher gern neckend als „Waldäste“ bezeichnet.

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